Dienstag, 25. Juli 2017

Octavius

Er ist fertig, gestern Abend habe ich den letzten Stich gesetzt.

Wollt Ihr ihn sehen?

Ja, wirklich?


Nein, da ist er noch nicht ganz fertig, aber hier sieht man das Quiltmuster durch den Schattenwurf gut.

Hier kommt er jetzt ganz fertig.


Etwas schräger...


... etwas näher...



Und wenn er weiter weg "steht", folgen einem auch die Augen, das ist gut.




Wollt Ihr Ocatvius in natura sehen? Ich habe beide untereinander gesetzt, dann ist der Vergleich leichter.



Ihm gefällt es, sagt er.

Erarbeitet habe ich es nach Claudia´s Methode und ich sage vielen Dank hierfür, durch die super Anleitung ist diese Technik kinderleicht.


Montag, 24. Juli 2017

Strandgedanken

Dies wird ein bildreicher Post.

Vorgestern war schönes Wetter, als ich mit Imo am Deich war.




Bei den unzähligen Muschelschalen kommen mir oft die Gedanken über das Sein und Vergehen von Leben. Der Herbst steht im Prinzip auch schon fast vor der Tür und ich denke darüber nach, wieviel Leben pro Tag stirbt und niemand nimmt Notiz davon. Niemand.


Dann komme ich an Federn vorbei und hebe eine auf, denke an´s Neststernchen und grüße sie auf diesem Weg, denn...


... von ihr bekam ich mal diesen Stoff geschenkt. Einfach, weil er mir so gut gefiel, als sie ihn auf ihrem Blog zeigte.

hat sie selbst gefärbt und ist nun Teil meines (!) Quilts
Es war recht frisch, genau so liebe ich es aber.


Und gestern dann war die Stimmung und das Wetter wieder so ganz anders und somit auch meine Gedanken.

schon leicht nass

er auch

Da sichte ich ein Zelt... wildes Campen ist verboten, aber man duldet es - in der Hoffnung, daß sie ihren Müll mitnehmen.


Richtung Brunsbüttel und wenn ich dahin schaue, denke ich immer an die Lotsen.


Richtung Hamburg, ach, ein Passagierschiff. Ein sehr kleines.


Unterdessen läuten die Glocken und rufen zum Gottesdienst.


Es zieht an uns vorbei... hinten in Niedersachsen könnt Ihr einen Turm erkennen, das ist einer der Radartürme. Jaha, habe ich alles gelernt!!! Ablaufendes Wasser, wie man rechts an der roten Boje erkennen kann, das wußte ich vorher schon, hat mir mein Mann beigebracht.


Auf dem Weg zurück eine ganz Hübsche!


Wie ich so laufe, sehe ich ein paar Meter entfernt Plastik.


Ich gehe hin und will es mitnehmen...


... nee, nicht möglich. Das liegt schon länger dort und der größte Teil ist tief im Sand vergraben und wisst Ihr, wie schwer nasser Sand und Schlick ist?

Aber das ekelige Ding, das nehme ich mit.


Ich denke an meine Glasaktion vor vielleicht zwei Jahren und kaum habe ich diese zwei Plastikteile gesichtet, sehe ich noch mehr.

Auch das kann ich nicht mitnehmen, das liegt sogar unter dem Stein!


Ich sehe immer und immer mehr, jetzt stehe ich schon fast im Schlick selbst, Wasser dringt durch meine Schuhe und es stinkt.

Manchmal riecht die Elbe sooooo gut und manchmal, wenn der Schlick freiliegt, boah, wie Kloake.


Reste eines Eimers, ich recycle mal.


Alle Farben und Größen, auch Aludeckel. Sicherlich liegen die Scherben nicht weit entfernt.



Ich kriege echt Zorn, das alles war vielleicht auf 20 Meter angeschwemmt. Aber nicht erst seit gestern, nein, schon länger.


Die meisten Menschen nehmen sowas nicht mit, auch wenn sie dran vorbei laufen. Sie fürchten sich vor Dreck und Bazillen, vor Krankheit und vielleicht auch davor, dies nun mit sich herumschleppen zu müssen.

In den warmen Monaten stehen Mülleimer am Deich, neue und zwar welche mit einer kleinen Öffnung. Vorher hatten wir Eimer ohne Deckel, da bedienten sich die Krähen dran und holten den Müll heraus und verteilten so Styropor und Alukram, denn das Schwimmbad mitsamt Kiosk ist direkt hinter dem Deich.

na toll, passt nicht

Nach langem hin und her und Gequetsche und Gemache ist nun alles drin, es riecht erbärmlich und der Eimer und meine Hand sehen nun so aus.


Ich wische sie am Gras ab, wahrscheinlich hat vorher ein Hund dran gepinkelt, aber ich hoffe, daß der Regen alles weggespült hat.


Sauber.


Ja, mit Schlick kann die Natur umgehen, obwohl der Schlick sicherlich auch belastet ist hier und da. Öl, so hörte ich mal vor langer Zeit, sei ein natürlich vorkommendes Produkt und die Natur kann mit einer kleinen Menge umgehen, davon geht sie nicht gleich kaputt. Erinnert Ihr Euch noch an all die vielen, vielen und megaschlimmen Katastrophen und Bilder?

Die heutige Verschmutzung heißt Plastik und ich wollte es nicht glauben, aber es schwimmen riesige Inseln von Plastik in unseren Meeren herum. Das geht doch nicht! Archäologen werden in 1000 Jahren graben und unsere Erdschicht finden und hoffentlich schütteln sie nicht den Kopf über uns.

Ich sage Plastik schon lange den Kampf an, ich weiß, Ihr auch. Patchworker haben Stofftaschen und auch ich schicke meine Ware möglichst ohne Plastik. Das macht zwar nicht was Großes her, aber besser, als alles doppelt und dreifach einpacken.

Aber das alles reicht noch nicht. Wir alle müssen umdenken und vielleicht sollten wir einfach die Ware im Supermarkt nicht mitnehmen, die zuviel verpackt ist. Es muß mehr geschehen. Weltweit. Heute heißen die Probleme Plastik, antibiotikaresistente Bakterien, Religionsfanatiker, (immernoch) Hunger und Massentierhaltung sowie Überfischung.

Es gibt viel zu tun, bleiben wir dran!



Sonntag, 23. Juli 2017

Turandoooooot

Ich war gestern in Kiel zur Freilichtoper. Es wurde "Turandot" aufgeführt, eine Oper von Puccini (wer sonst).


Vor einer Oper gehe ich immer was essen. Das macht den ganzen Abend rund, obwohl alleine Essen gehen jetzt nicht soooo toll ist, aber niemand liebt Oper den ich kenne, also bleibt nichts anderes übrig.

vietnamesische Wantan-Suppe

vietnamesisches "Strassenessen", Glasnudeln mit Garnelen
Das war sehr, sehr lecker.

Beim Betreten des Areals bekam jeder Gast Pralinen geschenkt (einer der Sponsoren ist Möbel Kraft, war außen auf der Verpackung drauf), auch lecker.

echt nette Idee und genau das Richtige nach dem Essen
Die Bühne.


Die abgeschlagenen Köpfe der Freier, die um die Prinzessin Turandot warben.


Das Orchester saß links der Bühne in einem Zelt.


Mein Platz, Nr. 60, 2. Reihe und richtig teuer. 93 €. Aber Ihr wisst ja, seinen Leidenschaften muß man nachgeben und wenn, dann richtig.

tolle Sicht, genau mittig
Und was gab´s in der Pause?

Jawohl, einen Brezel und was zu trinken.


Fazit vom Abend?

Ich sah bereits Turandot im Kino als Liveübertragung aus New York. Dort war die schwedische Sopranistin besser als sie von heute, wobei sie ihren Job ganz gut machte. Sie gehört zu den Sängerinnen, die mit ihrer Zunge singen, wie aus einem Comic, wo die Zunge so flattert. Das Kinn bebt dazu... also kein so schöner Anblick aus der zweiten Reihe.

Der Tenor Dario Prola war gut.

Ein wahrer Augenschmauß hingegen waren zwei Ballettänzer, männlich und weiblich. Sie tanzte ganz, ganz wunderbar und er sah dafür ganz wunderbar aus.

Teure Plätze lohnen sich unter´m Strich nie wirklich, also so richtig dolle. Aber Ihr wisst ja wie das ist: Patchwork geht auch mit echten Flicken.... es war ein schöner Opernabend und das ist es was zählt.


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